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Vorne „Hui!“, hinten „Pfui!“ - Der FSV und sein Schlendrian!

Es hätte so ein schöner, souveräner Sieg sein können – ginge ein Fußballspiel doch nur 75 Minuten. Denn für die Schluß-Viertelstunde scheint die Konzentration der Mannen des FSV nicht zu reichen. Diesen Eindruck konnte man zumindest am vergangenen Spieltag in der Partie gegen den Thierbacher SV gewinnen.


 

Christian Penzholz Spieler des Tages



So spielte der FSV

Um 15 Uhr pfiff der Schiedsrichter das Spiel auf dem Serbitzer Sportplatz an, vor gut gelauntem Publikum und bei schönstem Fußballwetter. Und die Stimmung unter den Serbitzer Fans sollte auch keinen Abbruch bekommen, da ihre Mannschaft los legte, wie die Feuerwehr. Dass man nach dem 0:4 gegen Pegau einiges wiedergutzumachen hatte, wurde schnell klar. Denn bereits nach wenigen Minuten klingelte es das erste Mal. Thomas Winkler verwirrte seinen Gegner so stark, dass dieser sich nur durch ein Eigentor zu helfen wusste (3.) – ein gern gesehenes Geschenk unter Fussballern. Doch der schnellen Freude nicht genug, bereits wenige Sekunden später setzte sich Thomas Lange auf der linken Seite gegen mehrere Bewacher durch, fand noch genug Luft für eine präzise Flanke auf Nils Grüneberg, der den Ball sicher verwandelte (5.). Auch nach dem 2:0 fanden die Thierbacher Spieler kein Rezept gegen die anstürmenden Männer des FSV und es beschlich einen so ein bisschen das Gefühl, als ob hätten sie das Spiel nach dem zweiten Gegentreffer schon abgehakt. Wenige Minuten später hätte sogar das 3:0 fallen können, allerdings vergab in dieser Situation Thomas Winkler, der noch nicht ganz in Top-Form zu sein scheint, eine gute Gelegenheit (22.). Kurz danach kamen dann die Spieler des Thierbacher SV zu ihrer ersten nennenswerten Gelegenheit, als einer ihrer Spieler aus wenigen Metern am Ball, im wahrsten Sinne des Wortes, vorbeiflog (27.). Doch auch die nächste Chance gehörte den Gästen und war nochmal ein wenig größer, als die vorangegangene. Aber auch hier fehlte das nötige Zielwasser und so landete der Ball mitten in den Armen von Matthias Nestler (30.). Und zu allem Überfluss, für die Spieler des Thierbacher SV, folgte dann auch noch das zweite Eigentor in einer Halbzeit. Thomas Winkler spekulierte in dieser Situation sehr gut, wurde jedoch ein wenig vom Tor abgetrieben und schaffte es so nur noch, den Gästekeeper anzuschießen, der den Ball so sicher ins Tor brachte (40.). Allerdings sollte die Spannung noch nicht ganz verloren gehen, denn kurz vor dem Halbzeitpfiiff gelang es dem Thierbacher SV doch noch, ein Tor zu erzielen (43.). Dabei wurden sie zwar stark vom Schiedsrichter begünstigt, der nicht erkannte, dass der Ball im Aus war, aber das passte ins Bild seiner Gesamtleistung. Doch alle Knabenblütenträume der Gäste schienen jäh zu platzen, als Andreas Lehmann, der sein Comeback feierte, in gewohnter Beckham-Manier, nur mit einem Schuss mehr Lässigkeit und dem anderen Fuß, einen Freistoß genau unter die Latte setze (45.). So ging es also mit einem 4:1 in die Kabinen – ein Ergebnis, dass eigentlich keine Serbitzer Wünsche offen ließ. Die Mannschaft spielte engagiert und kam gut in die Zweikämpfe. Man muss aber auch dazu sagen, dass die Spieler aus Thierbach in den ersten 45 Minuten die Serbitzer zum Toreschießen eingeladen haben.

Und dieses Spielchen sollte auch zu Beginn der zweiten Halbzeit so weitergehen, denn unmittelbar nach dem Wiederanpfiff gab es einen Elfmeter für den FSV, den Thomas Winkler sicher verwandelte (47.). Nun schien alles klar zu sein und so begannen auch die ersten Wechselspielchen von René Grübel, der zuerst Holger Bauch gegen Mirko Schuster auswechselte (66.). Dass kurz nach dieser Auswechslung das nächste Gegentor für den FSV fiel, war wohl kein gutes Omen (68.). Wenig später wurde dann Matthias Erhardt gegen Michael Dinter ausgewechselt, der angeschlagen war und deßhalb nicht in der Stammelf stand. Thomas Winkler sollte dann die Gelegenheit bekommen, den Sack eigentlich zuzumachen, schob den Ball aus kurzer Distanz auch clever am Torwart vorbei, gab dem ganzen Spaß allerdings etwas zu wenig Schmackes, so dass ein gegnerischer Verteidiger doch noch klären konnte (74.). Doch keine Minute später fasste sich Andreas Lehmann ein Herz, spazierte durch die Abwehrkette der Thierbacher und versenkte den Ball mit einem überlegten Schuss in den Maschen (75.). Spätestens jetzt glaubte keiner mehr daran, dass dieser Sieg für den FSV noch in irgendeiner Form gefährdet werden könnte. Nach dem 6:2 allerdings ging sämtliche Ordnung im Spiel der Serbitzer über Bord und so wurde ein unberechtigter, aber verwandelter Elfmeter für Thierbach der Anfang einer spektakulären Aufholjagd (78.). Doch an diese wollte zum Zeitpunkt des Tores noch keiner so recht glauben, auch René Grübel nicht, der erstmal Thomas Müller für Thomas Winkler ins Spiel brachte (82.). „Mulei“ als Kapitän – lustig, aber gewohnt wirkungslos. Kurz nach dem Wechsel zeigte sich dann Mike Majetschak als hervorragender Gastgeber und hielt großzügig, wie er ist, ein Nickerchen, so dass das 6:4 nur noch Formsache war (83.). Zwei Tore Vorsprung und nur noch 7 Minuten zu spielen, dass sollte dennoch reichen, dachten sich die Fans. Nach dem 6:5 in der 90. Spielminute, bei dem Matthias Nestler keine gute Figur machte, kippte die Stimmung allerdings – aus Bierlaune wurde Zitterstimmung. Sämtliche hochentzündlichen Flüssigkeiten wurden weiträumig von René Grübel entfernt, denn dieser fand das Spiel gar nicht mehr lustig. Wie lustig er es dann noch fand, unmittelbar vor dem Ende eine Ecke zu kassieren, bei der das Spielgerät dann auch nur einen halben Meter über die Latte segelte, wird wohl sein Geheimnis bleiben, denn zum Interview nach dem Spiel war er an diesem Wochenende nicht mehr bereit.

Ganz so düster sahen die Spieler des FSV das Spiel allerdings nicht, denn die ersten 3 Punkte der Saison standen zu Buche - katastrophale Schluß-Viertelstunde hin oder her. Dass man viel wird besser machen müssen, um gegen stärkere Mannschaften zu bestehen, ist allen klar, aber alles in allem waren gute Ansätze zu sehen und auch nur wer Fehler macht, weiß, woran er arbeiten kann.

K. Gentsch



Abschließend ein Interview mit Mike Majetschak und dem Thierbacher Trainer. Wir bitten die Tonprobleme die aufgrund des neuen Formats unseres Interviews entstanden sind zu entschuldigen.