Der 1. September 2007, ein lang erwartetes Datum, denn endlich gab es den Startschuss für eine neue Saison in der Regionalliga Borna/Geithain. Für den FSV hieß das: Ab zum Auswärtsspiel nach Gnandstein. Eine gute Nachricht für den Trainer und ein ebenso gutes Omen für das Spiel war sicherlich, dass man den Saisonstart nahezu in Bestbesetzung bestreiten konnte. Dennoch war sich Trainer Dirk Spörl bewusst, dass es ein schwerer Auftakt werden würde, schließlich hat man erst nach dem ersten Spieltag eine wage Vorstellung davon, wo man als Mannschaft steht - und das ist, zumindest vor den Sonntagsspielen, der erste Tabellenplatz. Aber der Reihe nach...
Andreas Lehmann von Trainer und Presse zum Spieler des Tages gewählt.
Pünktlich um 15 Uhr pfiff der Schiedsrichter, welcher in diesem Spiel keine ganz unerhebliche Rolle spielen sollte, das Spiel an, vor gut gefüllter Kulisse und bei angenehmen Fussballwetter. Es entwickelte sich eine Anfangsphase wie sie zu erwarten war, beide Teams agierten konzentriert, aber auch sichtlich nervös - Kombinationen waren Mangelware und man versuchte über die Zweikämpfe ins Spiel zu finden. Zu diesem Zeitpunkt war eigentlich nur schade, dass der Schiedsrichter die gesunde Härte der serbitzer Spieler als übertrieben ansah und mit wenig Fingerspitzengefühl in dieser frühen Phase des Spiels drei gelbe Karten, seitens der Spieler des FSV, auf seinem Block notierte. Spätestens da war allen klar, dass einem an diesem Tag nichts geschenkt werden würde, also musste man Taten sprechen lassen. Und dafür wurde dann auch gesorgt, in Person von Andreas Lehmann. Nachdem er die halbe gandsteiner Hintermannschaft bei seinen Streicheleinheiten für den Ball nur Zuschauer sein ließ, versenkte er das Leder anschließend auch noch überlegt hinter Sebastian Gottwald zum 0 : 1 im Netz der Gastgeber. Und da der FSV in der letzten Saison nicht unbedingt durch sein "zu Null" - Spiel brillierte, erhöhte Sören Winkelmeier, nach einer perfekten Flanke des sehr starken Andreas Lehmann, mit einem wuchtigen Kopfball auf 0 : 2. Dass die Gastgeber an ihrem Spiel etwas ändern mussten, wenn sie noch Gefahr ausstrahlen wollten, war klar, der taktische Schachzug des Trainers, gleich zwei Spieler auszuwechseln, überraschte jedoch ausnahmslos jeden Beobachter des Spiels, insbesondere aber seine eigene Mannschaft. Diese gewagte Variante wurde postum bestraft, indem sich, kurz nach den Auswechslungen, ein Spieler der SG Gnandstein 49 im Zweikampf verletzte und somit schon in der ersten Halbzeit das Wechselkontingent der Gastgeber erschöpft war. Mit der Gewissheit für jeden Gnandsteiner Spieler, wohl durchspielen zu dürfen, ging es dann auch in die Kabinen. Der FSV Serbitz/Thräna hat in der ersten Halbzeit nicht viel zugelassen, war in den Zweikämpfen einen Tick aggressiver und verwertete die wenigen Chancen gut, somit dürfte es an der Führung von zwei Toren nichts zu deuteln gegeben haben. Zur zweiten Halbzeit kamen beide Mannschaften unverändert auf den Platz - zumindest personell. Denn die Spielanlage war jetzt beim FSV deutlich besser. Mit schnellen, flüssigen Kombinationen, guter Defensivarbeit und hoher Laufbereitschaft, ließen die Serbitzer keinen Zweifel aufkommen, dass sie nach 90. Minuten den Platz als Sieger verlassen werden. Doch dieses funktionierende System wurde in der 58. Minute aus den Angeln gehoben. Nicht etwa durch einen besser werdenden Gegner oder grobe Fehler der eigenen Mannschaft - der neue serbitzer Torwart, Daniel Dietze, verletzte sich in einem Strafraumgerangel schwer, musste sofort ausgewechselt werden und mit einem gebrochenen Arm ins Krankenhaus. Die Mannschaft war geschockt, Dirk Spörl kümmerte sich natürlich um seinen verletzten Torwart und es stellte sich zudem auch noch die Frage, wer für die verbliebenen 30 Minuten ins Tor gehen sollte, über einen nominellen Ersatztorhüter verfügte der FSV an diesem Samstag nicht. Nach 3 - minütiger Spielunterbrechung war es dann Michael Wolf, der seine Verteidiger - Position verließ, sich die Handschuhe anzog und zwischen die Pfosten stellte. Unglücklicherweise sollte er in den verbleibenden Minuten auch deutlich mehr zu tun bekommen, als der so tragisch ausgeschiedene Daniel Dietze, da der Schock über dessen Verletzung die Mannschaft sichtlich lähmte. Gleich in seiner ersten Aktion unterlief Michael Wolf ein kleiner Patzer, so dass er den Ball gerade noch rechtzeitig auf der Linie unter sich begraben konnte. Danach erhöhten die Gnandsteiner den Druck spürbar und Serbitz konnte sich nur selten aus der eigenen Hälfte befreien. Sporadisch ergaben sich auf diese Art und Weise aber auch große Gelegenheiten gegen eine sehr offensiv agierende gnandsteiner Mannschaft, diese wurden jedoch in den meisten Fällen vom Linienrichter im Keim erstickt - Entscheidungen, die selten unstrittig waren. Leider musste man auch konstertieren, dass einige Spieler der gnandsteiner Mannschaft ihren Frust über die drohende Niederlage in unschönen Fouls zum Ausdruck brachten. Als dann in der 80. Spielminute auch noch ein strittiger Elfmeter gegen den FSV gegeben wurde, den Enriko Kühn sicher im linken Eck versenkte, war der Startschuss für sehr hektische Schlussminuten gegeben. Das gnandsteiner Team versuchte es jetzt mit der viel zitierten Brechstange, da die Ordnung im Spiel der Serbitzer nach und nach verloren ging, verlagerte sich das Spiel fast nur noch in deren Sechzehner. Oftmals brannte es vor dem Tor von Michael Wolf lichterloh, mit etwas Glück und viel Geschick konnte der FSV den Ausgleich jedoch verhindern - ein Unentschieden hätte dem Spielverlauf auch nicht entsprochen. Kurz vor Schluss gerieten die Gnandsteiner dann in Unterzahl, nachdem Alexander Preis mit der Gelb/Roten Karte vom Platz gestellt wurde - ein Platzverweis, der überfällig war. Den Schlusspunkt in diesem ersten Spiel der Saison, in dem wirklich alles drin war, setzte der überragende Mann an diesem Tag - Andreas Lehmann. Mit gewohnt vielen Haken und etwas Glück, hart erarbeitetem Glück, im Abschluss, ließ er Mannschaft, Trainer und Fans aufatmen. Nach vier Minuten Nachspielzeit hatte dann auch der Schiedsrichter ein Einsehen und beendete das Spiel, welches nur einen Sieger verdient hatte und das war der FSV Serbitz/Thräna.
Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass diese geschlossene Mannschaftsleistung die Vorfreude auf die kommenden Spiele nochmal steigern konnte, denn Verteidigung und Offensive griffen gut ineinander, ansatzweise gab es schöne Kombinationen zu sehen und die späte Entscheidung zeigt, dass es auch die Physis erlaubt, über die komplette Spielzeit gefährlich zu sein. Ein hartes Stück Arbeit kommt dennoch auf die Trainer zu, denn mit der schweren Verletzung von Daniel Dietze fällt ein Spieler aus, der ein vielversprechender Rückhalt für die Mannschaft war. Und hier adäquaten Ersatz zu finden, wird sicherlich schwierig werden. Also bleibt nur zu wünschen, in erster Linie natürlich für Daniel selbst und dann für den FSV, dass er schnell wieder gesund wird!
K. Gentsch
Abschliessend seht ihr ein Interview mit Trainer D. Spörl kurz nach dem Abpfiff: